Gemeine Akelei

Aquilegia vulgaris

Das auffälligste Merkmal der Gemeinen Akelei sind ihre blau-violetten (selten rosa oder weißen) Blüten, die einen Durchmesser von 3-5 cm haben. Sie besitzen eine außergewönliche Besonderheit. Die fünf gefärbten Kelchblätter laufen am Ende in gebogene Fortsätze aus, die den Blüten ihre typische Form verleihen. Die fünf Nektarblätter neigen sich glockenartig und tragen am Grunde die Nektardrüsen.
Die Blätter der Gemeinen Akelei sind auf der Oberseite bläulich-grün, auf der Unterseite gräulich-grün und behaart. Auch der kräftige Stängel der Akelei ist im oberen Abschnitt deutlich behaart. Insgesamt kann die Gemeine Akelei Wuchshöhen von 30 bis 60 Zentimetern erreichen.

Wo lebt die Gemeine Akelei?

Als Wildpflanze ist die Gemeine Akelei in fast ganz Europa, Nordafrika bis zum Kaukasus verbreitet und fehlt nur in Teilen Südeuropas. In Deutschland wächst sie hauptsächlich in der Mitte und im Süden des Landes. In Österreich und in der Schweiz sie ist häufig zu finden.

Wie alt kann die Gemeine Akelei werden?

Die Gemeine Akelei ist eine kurzlebige, aber dennoch mehrjährige, krautige Pflanze, die als Staude wächst. Sie wird ca. 5 Jahre alt.

Was braucht die Gemeine Akelei?

Typischerweise findet man die Gemeine Akelei in lichten Laub- oder Mischwäldern, an Waldrändern und auf Gebirgs-Trockenwiesen. Sie besiedelt sonnige bis halbschattige Standorte, die einen nährstoffreichen, kalthaltigen und lockeren Boden aufweisen. Häufige Begleitpflanzen der Gemeinen Akelei sind die Stinkende Nieswurz und das Leberblümchen.

Wie wird die Gemeine Akelei genutzt?

Die Akelei wird seit dem späten Mittelalter als Zierpflanze in Gärten in Europa angepflanzt. Des Weiteren wurde das getrocknete Akeleikraut (selten nur die Samen) als Heilmittel verwendet, da es bei Leber- und Galleleiden, sowie äußerlich bei Hautentzündungen helfen sollte. Auch als Aphrodisiakum wurde die Akelei lange Zeit verwendet. Deshalb wurde es zu Liebestränken hinzugegeben. Auch als Mittel gegen Impotenz hatte die Pflanze einen guten Ruf.
Da die Akelei giftig ist, wird sie heute fast nicht mehr eingesetzt.

Wie sieht die Vegetationsperiode der Gemeinen Akelei aus?

Die Blütezeit der Gemeinen Akelei erstreckt sich in der Zeit von Mai bis Juli. Bestäubt wird die Akelei nur von Insekten mit ausreichend langem Rüssel, etwa Hummelarten. Ein langer Rüssel wird benötigt, um den am Grund der Sporne der Honigblätter den Nektar zu erreichen. Angelockt werden die Hummeln durch die Farbe der Blütenblätter sowie durch den Duft. Die Samen der Pflanze werden meistens vom Wind und durch Tiere verbreitet.

Besonderes

Der Verzehr von 20 Gramm der bitter schmeckenden Blätter der Akelei führt bereits zu leichten Vergiftungserscheinungen. Zu den Symptomen gehören Erbrechen, Durchfall, Atemnot, Herzbeschwerden und Benommenheit. Das Gift befindet sich in der ganzen Pflanze, im Besonderen jedoch in den Samen.

Die Gemeine Akelei wurde 1985 in Deutschland als eine der ersten Pflanzen zur Blume des Jahres gekürt.

Schutz

Da die Wildbestände der Gemeinen Akelei zurückgehend sind, ist sie nach dem Bundesnaturschutzgesetz in Deutschland besonders geschützt. Im Bundesland Brandenburg gilt sie sogar schon als ausgestorben. Deshalb ist das Pflücken, Ausgraben oder Besitzen wildwachsender Akeleien generell untersagt. Ihre Standorte oder Bestände sollten auch nicht betreten werden.

Geschrieben von Milena Krüger