Gemeiner Wacholder

Juniperus communis

Der Gemeine Wacholder kann als Strauch oder kleiner Baum auftreten. Er hat bis zu 15 mm lange, steife, stechende Nadeln. Die Nadeln sind etwas kahnförmig, graugrün und auf Oberseite mit einem breiten weißen Band versehen. Die längsrissige, faserige Borke des Wacholders ist entweder grau oder rotbraun. Der Wacholder wird zwischen 3 und 5 Meter hoch, in seltenen Fällen auch bis zu 8 Meter.

 Wo lebt der Gemeine Wacholder?

Der Wacholder ist das auf der Erde am weitesten verbreitete Nadelgehölz. Das Verbreitungsgebiet des Gemeinen Wacholders erstreckt sich von Nordamerika über Südgrönland, Europa, Nordafrika bis nach Ostasien. Man findet ihn von den Niederungen bis in Höhen um 1600 m, auf Heiden, Sandfluren, Magerwiesen und in lichten Nadelmischwäldern. Trotzdem ist er in Deutschland selten.

Wie alt kann der Gemeine Wacholder werden?

Mit 500-2000 Jahren kann der Wacholder sehr alt werden und wird dabei in Europa nur noch von der Eibe übertroffen.

Was braucht der Gemeine Wacholder?

Der Gemeine Wacholder kommt oft auf nährstoffarmen, eher trockenen Böden vor. Er braucht viel Licht und ist wärmeliebend. Dennoch ist er frosthart.

Wie wird der Gemeine Wacholder benutzt?

Verwendung findet der Wacholder unter anderem in Wacholder-Salben, Cremes und auch als Öl zum Einatmen. Das Holz ist im hohen Maße witterungsresistent, verströmt einen angenehmen Duft und wird zur Herstellung von Kleinmöbeln sowie zum Drechseln und Schnitzen verwendet.

Wie sieht die Vegetationsperiode des Gemeinen Wacholder aus?

Die Blütezeit des Wacholders ist von April bis Juni. Die Fruchtreife findet dann ca. von August bis Oktober statt. Die Pollen werden aus den Deckschuppen durch den Wind ausgeweht. Außerdem findet eine Verdauungsverbreitung durch Wacholderdrosseln (auch: Krammetsvögel), Amseln und Birkhühnern statt. Die durch eine feste Schale geschützten Samen werden von den Vögeln an anderen Orten wieder ausgeschieden und so verbreitet.

Besonderes

Es ranken sich auch einige Mythen um den Wacholder, der Baum des Jahres 2002 war: Durch anzünden eines Wachholderzweiges sollten z.B. böse Hexen und Dämonen vertrieben werden. Allgemein galt der Wacholder früher vor allem bei den Römern als Lebensbaum und war ein Zeichen für Fruchtbarkeit. In Österreich steckte man sich vor einer langen, anstrengenden Wanderung einen Wachholderzweig an den Hut, um Müdigkeit und Verletzungen vorzubeugen.

Schutz

In einigen europäischen Ländern steht der Wacholder unter Naturschutz. Auch in Deutschland steht er auf der roten Liste. Dennoch darf man zur Reifezeit die Wacholderbeeren pflücken.

Geschrieben von Milena Krüger