Zwergschwan

Cygnus bewickii

Zwergschwäne haben weißes Gefieder und einen langen Hals. Sie werden bis zu 140 cm lang und wiegen zwischen 3,5 und 7,5 kg. Zwergschwäne ähneln den Singschwänen, weil sie auch schwarze Füße und einen gelben Schnabel mit schwarzer Spitze haben. Allerdings ist der größte Teil des Schnabels schwarz verfärbt. Außerdem sind sie deutlich kleiner. Zwergschwäne sind nämlich die kleinsten Schwäne Europas.

Wo lebt der Zwergschwan?

Zwergschwäne brüten im Sommer in Sibirien. Im Herbst ziehen sie zum Überwintern an die deutsche Küste, ins Innenland an die Elbe und ins Emsland. Auch in Großbritannien, den Niederlanden und Irland sind sie im Winter zu finden. Andere Trupps fliegen an den Aralsee oder das Kaspische Meer.

Wie alt kann der Zwergschwan werden?

In freier Wildbahn können Zwergschwäne ungefähr 20 Jahre alt werden.

Wie lebt der Zwergschwan?

Außerhalb der Brutzeit sind Zwergschwäne in lockeren Trupps zu treffen. Zwergschwäne brüten zum ersten Mal zwischen ihrem 5. und 6. Lebensjahr. Sie bauen ihr Nest in Wassernähe aus Pflanzenmaterial. Die Jungen sind Nestflüchter und folgen ihrer Mutter direkt nach dem Schlüpfen aufs Wasser. Sie begleiten ihre Eltern aber noch den ganzen Winter lang auf dem Weg in die Überwinterungsgebiete.

Was frisst der Zwergschwan?

Zwergschwäne fressen, wie ihre Verwandten auch, am liebsten Wasserpflanzen, nach denen sie mit ihrem langen Hals „gründeln“. Sie ernähren sich aber auch von Gras. Zur Überwinterungszeit nehmen sie Feldfrüchte wie Kartoffeln, Raps und Getreide auf.

Besonderes

Weil Zwergschwäne in kalten Gegenden leben, haben sie viele Federn. Die schützen sie vor Kälte. Im Winter sind Zwergschwäne deshalb die Vogelart mit den meisten Federn, nämlich bis zu 25.216! Die meisten Federn haben sie an Hals und Nacken.

Auch Zwergschwäne erneuern ihr Gefieder. Das nennt man Mauser. Dabei verlieren die Schwäne nach und nach Federn. Erst an ihren Flügeln, dann am Körper. Wenn die Flügelfedern von August bis September nachwachsen, können die Vögel tagelang nicht fliegen.

Schutz

Weltweit gibt es einen sehr geringen Bestand von etwa 40.000 Zwergschwänen. In Nordwesteuropa rasten jährlich im Winter etwa 20.000 Vögel. Allerdings ist die Anzahl der zum Winter in Deutschland rastenden Vögel zurückgegangen. Deswegen wird der Zwergschwan streng geschützt.

Zwergschwäne rasten auf ruhigen Gewässern wie kleinen Teichen und langsam fließenden Flüssen. Tagsüber sind sie auf Grasflächen und Äckern zu finden. Da sie sehr scheu sind, sollten diese Bereiche möglichst ungestört bleiben.

Geschrieben von Lea Zwilling